Frage: Wie kann ich Ohrentzündungen vermeiden?

Dr. Rainer Müller-Hörner antwortet: Sportlerohren sind besonders anfällig für Entzündungen der Gehörgänge. Der Gehörgang ist ein schmaler, erst knorpeliger, dann knöcherner Gang, von Haut ausgekleidet, der nach innen am Trommelfell endet. Der Gehörgang hat einen besonderen Schutzfilm, das „Ohrenschmalz“ (im Fachbegriff Cerumen), welcher die Haut geschmeidig hält und schützt. Dieser Schutzfilm kann durch häufig eindringendes Wasser und natürlich auch durch die Reinigung mit Wattestäbchen oder anderen Geräten zerstört werden. Dann können Erreger in die Haut eindringen und zu einer sehr schmerzhaften Entzündung führen. Wer das einmal hatte, kann sich sicher gut erinnern. Es ist wirklich sehr unangenehm.

Wie kann man das verhindern? Am wichtigsten ist es, keine Wattestäbchen oder sonstiges zu verwenden. Cerumen rutscht auf dem Pflegefilm begünstigt durch die Form der Gehörgänge nach außen. Das lässt sich in der Regel gut mit dem Finger herauspoolen. So wird auch nichts in der Tiefe verletzt.

Gerade in der warmen Jahreszeit bieten nasse Gehörgänge sehr gute Nährböden für verschiedene Keime. Also bitte gut trocknen (an der Luft oder sonst auch trockenföhnen), keine Manipulationen in der Tiefe des Ohres und bei häufig lange feuchten Ohren gelegentlich spezielle Alkohol-Sprays anwenden. Oder einen Schutz in die Ohren einsetzen oder drüberziehen. Für individuell passende Lösungen sprechen Sie mit Ihrem HNO-Arzt!

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